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Details zur Fortbildungsveranstaltung

» Ursachen, Folgen und Therapieoptionen nicht-alkoholischer Steatohepatitis «

Beginn: 30.04.2019 Ende: 30.04.2019
  18:30 Uhr   20:00 Uhr
 
Information: Die nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) und ihre fortgeschrittene Form, die nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) gelten als hepatische Manifestation des metabolischen Syndroms und stehen in engem Zusammenhang mit Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2. Im Verlauf der Krankheit akkumuliert Fett in der Leber meist als Folge ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel. Vor allem hohe Konzentrationen freier Fettsäuren führen dann zu oxidativem Stress in den Leberzellen und können eine Entzündung in der Leber auslösen. Zusätzlich zu dieser Steatohepatitis kann durch Schädigung von Leberzellen und deren Apoptose funktionelles Lebergewebe verloren gehen und durch Bindegewebe ersetzt werden. Diese Leberfibrose gilt derzeit als Hauptindikator für die Progression der Krankheit zu Leberzirrhose oder hepatozellulären Karzinomen.

Da NAFL lange asymptomatisch verläuft und klinische Biomarker fehlen, bleibt die Erkrankung häufig unerkannt und wurde lange unterschätzt. Aktuellen Schätzungen zufolge betrifft NAFL jedoch bis zu 30% der erwachsenen Bevölkerung weltweit und NASH bis zu 7%. Es wird erwartet, dass der Krankheitskomplex in den kommenden Jahren zum Hauptgrund für Lebertransplantationen wird, doch trotz der alarmierend hohen Prävalenz und gravierenden Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose und Lebertumoren existiert noch keine Pharmakotherapie für NAFL und NASH.

Die Wirkstoffentwicklung und die klinische Forschung auf dem Gebiet sind jedoch intensiv und es befinden sich zahlreiche therapeutische Ansätze in der Entwicklung. Zwei Aktivatoren nukleärer Rezeptoren, nämlich der Farnesoid-X-Rezeptor-Agonist Obeticholsäure und der Peroxisomen-Proliferator-aktivierter-Rezeptor-Agonist Elafibranor, führen die Entwicklungspipeline an. Beide haben von der amerikanischen Zulassungsbehörde beschleunigten Entwicklungsstatus erhalten und könnten in naher Zukunft die ersten pharmakologischen Therapieoptionen bei NAFL und NASH darstellen. Die klinische Entwicklung hat für beide Wirkstoffe außerdem vielversprechende Effekte gezeigt, die auch in anderen metabolischen Erkrankungen therapeutische Fortschritte bringen könnten.

Der Vortrag gibt eine Einführung in den Krankheitskomplex aus NAFL, NASH und assoziierten Erkrankungen und diskutiert den aktuellen Stand der Wirkstoffentwicklung mit fortgeschrittenen und experimentellen Therapiestrategien unter denen sich altbekannte und völlig neue Wirkstofftargets befinden. Der Referent des Vortrages Dr. Merk ist Mitarbeiter im Team von Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz an der Goethe-Universität in Frankfurt.
 
Maximum Teilnehmer: 150  
Gebühr 1: kostenfrei
Fortbildungspunkte: 2    
 
Veranstaltungsort: Großer Hörsaal der Zoologie
Erbertstr. 1
07743 Jena